Välkommen in einer neuen Ära.

Schubladendenken mal gut, mal schlecht – und wie Du es vermeidest

Blog Lagom-Era

Kennst Du auch eine der folgenden Situationen?

Du lernst eine neue Person kennen. Sei es der Freund von jemanden, den du kennst, vielleicht auf einem Seminar, einer Feier oder es ist ein neuer Kollege auf der Arbeit. Dir fällt direkt auf, dass die Person jemandem vom Aussehen her sehr ähnlich ist, den Du schon kennst. Da es für uns und unser Gehirn einfach ist, werden automatisch die Eigenschaften dieser Person auf diesen neuen Menschen übertragen – ganz unbewusst und schnell.

Oder nehmen wir Namen. Es gibt beispielsweise jemanden, den Du überhaupt nicht leiden kannst und diesem jemand geben wir jetzt einfach mal den Namen Ole (natürlich nur stellvertretend). Wenn Du nun den Namen Ole hörst, verknüpfst Du das automatisch mit diesem Menschen. So würdest Du beispielsweise nie Dein Kind „Ole“ nennen, allein, weil die Schublade Ole so negativ belegt ist.

Und so gibt es im Alltag unzählige solcher Situationen,
die wir schnell bewerten und in Schubladen einsortieren.

Unser Gehirn will es uns einfach machen, nimmt sich unsere Erfahrungen und unsere Meinung von etwas und bewertet ganz schnell. Und es gibt tatsächlich Momente, wo genau dieses automatische Muster uns hilft. So haben wir beispielsweise gelernt, dass ein Stuhl mit 4 Beinen hält, wenn wir uns darauf setzen. Das überprüfen wir nicht jedes Mal aufs Neue. Das macht das Leben einfacher und schneller, da wir nicht immer neu überlegen und bewerten müssen, sondern auf bereits gespeicherte Informationen zurückgreifen können.

Und obwohl wir tagtäglich meditieren und Achtsamkeit üben, ist es uns selbst auch passiert. Ich, Anne, war in einem Café in einer netten Runde, bei der ein Mädchen mir unbekannt war. Sie ähnelte sehr einer Freundin, die super kinderlieb ist und selbst auch zwei Kinder hat. Zudem kam sie auch von der Ostsee, also es passte alles. Sie hatte von mir automatisch dieselben Eigenschaften zugeschrieben bekommen: sympathisch (was sie tatsächlich war), aber auch kinderlieb, bestimmt selbst schon Mama oder will selbst Kinder bekommen und einsortiert habe ich sie genau in dieser Schublade. Im Laufe des Gespräches fiel dann plötzlich die Aussage Nein, eigene Kinder, nie!!! mit einer großen Überzeugung. Das hat mich selbst total erstaunt, springt sie doch mit Anlauf aus meiner Schublade wieder heraus.

Es wurde mir nochmal bewusst, wie schnell und automatisch wir oft unterwegs sind. Wir sehen das, was wir sehen wollen und nicht das, was wirklich ist. Sprich: Die Welt in der wir dann unterwegs sind, ist nicht die reale Welt, sondern unser Bild davon, unsere Interpretation. Oft geht es dann noch viel weiter, wir erzeugen mit unserer Bewertung nämlich Gefühle, positive oder negative. Genau das tut uns nicht immer gut.

In unserem Buch Lagom achtsam beschreiben wir unter anderem das kognitive Modell und erklären damit, wie Gefühle entstehen. Kurz zusammengefasst sieht das dann so aus: 

  1. Du erhältst eine Information, wie auch immer geartet.
  2. Dann bewertest Du diese Information und bildest Dir eine Meinung.
  3. Die Meinung, die Du Dir gebildet hast, bewirkt wiederum in Dir ein Gefühl.

Deine schnelle Bewertung entspricht oft nicht der Realität, sondern basiert auf Deiner vorgefassten Meinung und Erfahrung. So nimmst Du das Jetzt gar nicht richtig wahr.

Doch wie können wir damit umgehen, genau diesen Automatismus zu vermeiden, wieder mehr wahrzunehmen, statt vorschnell zu urteilen?

Dazu möchten wir Dir zwei Methoden an die Hand geben:

  1. Achtsamkeit, also bewusst nur wahrnehmen und „nur“ das aufnehmen, was Du mit Deinen Sinnen wahrnimmst.
  2. Reflektion. Da dieser Prozess der Bewertung und das Gefühl natürlich sehr schnell kommt und Übung braucht, genau das zu vermeiden hilft bewusstes Reflektieren. So reflektieren wir beispielsweise am Abend über unseren Tag und genau solche Themen fallen uns dann auf.
    So schaffen wir es, unsere Schubladen wieder „auszuräumen“.

Wir selbst schreiben dazu übrigens regelmäßig Tagebuch, um zu reflektieren und achtsamer zu sein. Hier entwickeln wir gerade etwas ganz Schönes für Dich – so viel wollen wir schon mal verraten. Mehr dazu demnächst.

Dr. Anne Brolien und Olof Brolien
Schweden, November 2018

 

 

Weitere Infos findest Du auf unserem Blog oder in unseren Büchern „Lagom achtsam. Mehr Balance und Zufriedenheit durch weniger Druck & Stress“ sowie „Lagom achtsam PRAXIS".

Lagom achtsam Lagom achtsam Praxis Buch Olof Brolien Anne Brolien

Wöchentliche Impulse für mehr Glück & Balance findest Du auch in unserem Schwedenkalender für 2019. Hier ein kleiner Einblick in den Kalender:

 

P.S. Möchtest Du auch mehr Glück und Balance in Deinem Alltag, dann gibt es hier regelmäßige Glückspost und ein Geschenk für Dich: Deine kostenfreie Leseprobe zu unserem ersten Buch „Lagom achtsam. Mehr Zufriedenheit und Balance durch weniger Druck & Stress“.


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